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Recht & Abrechnung 03. Oktober 2026

Was die Mauterhöhung 2023 bis heute für deine Kalkulation bedeutet

LKW-Maut 2026: Aktuelle Sätze und CO₂-Komponente erklärt

Die deutsche LKW-Maut hat sich seit Dezember 2023 grundlegend geändert: Eine neue CO₂-Komponente kommt zur klassischen Infrastruktur- und Lärmabgabe dazu, und seit Juli 2024 sind auch Fahrzeuge ab 3,5 t mautpflichtig. Wir erklären, wie die Maut 2026 berechnet wird, welche Sätze aktuell gelten und wie du deine Kalkulation auf dem Stand hältst.

LKW-Maut 2026: Aktuelle Sätze und CO₂-Komponente erklärt

Wer in Deutschland Lkw über 3,5 t einsetzt, kennt die Maut als einen der größten variablen Kostenposten. Seit Dezember 2023 ist die Berechnung deutlich komplexer geworden – mit der CO₂-Komponente. Seit Juli 2024 sind auch Fahrzeuge ab 3,5 t mautpflichtig. Wir fassen zusammen, was 2026 gilt.

Die vier Bestandteile der Maut

Die Maut setzt sich aus vier Teilkomponenten zusammen:

  1. Infrastruktur-Maut – für die Straßennutzung
  2. Lärmabgabe – für Lärmemissionen
  3. Luftverschmutzungsabgabe – nach Euro-Schadstoffklasse
  4. CO₂-Komponente – nach CO₂-Emissionsklasse des Fahrzeugs (seit 2023)

Alle vier zusammen ergeben den Gesamt-Mautsatz pro Kilometer. Berechnet wird er nach Achszahl und Emissionsklasse des Fahrzeugs.

Aktuelle Mautsätze (Stand 2026)

Die Sätze hängen von Gewichtsklasse, Achszahl und Emissionsklasse ab. Grobe Richtwerte für die typischen Fahrzeugklassen:

Fahrzeugklasse Gewicht Euro-VI / CO₂-Klasse 1 Euro-VI / CO₂-Klasse 5 (E-LKW)
4 Achsen > 18 t ca. 34,8 ct/km ca. 18,9 ct/km
3 Achsen 12–18 t ca. 25,7 ct/km ca. 13,9 ct/km
2 Achsen 7,5–12 t ca. 19,4 ct/km ca. 10,4 ct/km
Transporter 3,5–7,5 t ca. 12,5 ct/km ca. 6,8 ct/km

Diese Sätze sind Mittelwerte. Die exakten Werte für eine konkrete Strecke und Fahrzeugklasse rechnest du am besten über den Toll Collect Maut-Rechner durch. Mautsätze werden zweimal jährlich angepasst.

CO₂-Komponente: Der größte Hebel

Die CO₂-Komponente ist die größte Stellschraube für die Kostendifferenz zwischen alten und neuen LKW. Sie staffelt sich in fünf Klassen:

  • Klasse 1: konventionelle Verbrenner, höchste CO₂-Belastung – 200 €/t CO₂
  • Klasse 2: ca. 5 % weniger CO₂ als Referenz – Abschlag 10 %
  • Klasse 3: ca. 8 % weniger CO₂ – Abschlag 20 %
  • Klasse 4: emissionsarm (Erdgas, Hybrid) – Abschlag von 50 %
  • Klasse 5: emissionsfrei (E-LKW, Wasserstoff) – kein CO₂-Aufschlag, zusätzlich Mautbefreiung bis Ende 2025 (kann verlängert werden)

Für einen typischen 40-Tonner kann der Unterschied zwischen Klasse 1 und Klasse 4 leicht 8–10 Cent pro Kilometer betragen. Auf 120.000 km Jahresleistung sind das 10.000–12.000 € Mehrkosten pro Lkw.

Mautpflicht für Transporter ab 7,5 t und ab 3,5 t

  • Seit 1. Oktober 2015: Mautpflicht für Lkw ab 7,5 t
  • Seit 1. Juli 2024: Mautpflicht für Fahrzeuge ab 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht

Wichtig: Handwerker-Fahrzeuge zwischen 3,5 t und 7,5 t sind mautbefreit, wenn sie Material/Werkzeug zur eigenen beruflichen Tätigkeit transportieren und nicht überwiegend dem Güterverkehr dienen (analog zur BKrFQG-Handwerkerklausel). Die Befreiung muss selbst beantragt werden bei Toll Collect.

Welche Strecken sind mautpflichtig?

  • Alle Bundesautobahnen (rund 13.300 km)
  • Alle Bundesstraßen (rund 39.000 km)
  • Innerorts: meist mautfrei, aber Sonderregelungen pro Bundesland möglich

Mautfrei bleiben Landesstraßen, Kreisstraßen und Gemeindestraßen.

Wie wird abgerechnet?

Drei Wege:

  1. OBU (On-Board-Unit) von Toll Collect – Standard im Lkw, automatische Erfassung via GPS und Mobilfunk
  2. Toll Collect App – für Gelegenheits-Mautfahrten (z.B. Mietfahrzeuge, Subunternehmer)
  3. Manuelle Einbuchung über Web-Portal oder Mautstellen-Terminal (selten genutzt, fehleranfällig)

Die OBU ist kostenlos für den Fahrzeughalter (gestellt von Toll Collect), aber der monatliche Mautbetrag wird per SEPA-Lastschrift eingezogen.

Was kostet ein Versäumnis?

  • Maut nicht oder zu wenig entrichtet: Nachzahlung plus 100 % Bußgeld (das Doppelte)
  • Falsche Fahrzeugdaten in der OBU: bis 4.000 € Verwarnung
  • Manipulation der OBU: Anzeige, Lizenzverlust, strafrechtliche Folgen

Die Kontrollen erfolgen automatisch durch Kontrollbrücken (rund 600 Stück bundesweit), mobile Kontrollen und manuelle Stichproben.

Tipps für die Kalkulation

Plane bei Angeboten die Maut immer separat aus und weise sie in der Kalkulation getrennt aus. Die CO₂-Komponente ändert sich oft, die Infrastruktur-Maut steigt schrittweise – wer pauschal kalkuliert, fährt schnell defizitär.

  • Maut-Routenplaner nutzen (Toll Collect bietet einen kostenlosen Webservice)
  • CO₂-Klassen aktiv managen – ein Wechsel zu Euro-VI mit besserer CO₂-Klasse spart oft mehr als die monatlichen Leasingraten unterschiedlich sind
  • E-LKW prüfen, sobald die Reichweite passt – aktuell sind sie mautbefreit, das ist ein erheblicher Wettbewerbsvorteil

Häufige Fragen

Werden Fährzeiten und Standzeiten mitberechnet? Nein, nur die tatsächliche Strecke auf mautpflichtigen Straßen. Standzeiten auf Rastplätzen, Be-/Entladestellen werden nicht erfasst.

Was passiert bei einer Panne? Wenn die OBU defekt ist, musst du innerhalb von 5 Tagen Reparatur oder Austausch veranlassen und die Mautstrecken in der Zwischenzeit manuell einbuchen.

Gilt die Maut auch bei Leerfahrten? Ja, die Maut ist eine Straßennutzungsabgabe – unabhängig davon, ob beladen oder leer.


Quellen:

  • Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG)
  • Toll Collect GmbH – Aktuelle Mautsätze
  • BAG – Vorschriften und Bußgeldkataloge

Hinweis: Stand Mai 2026. Aktuelle Sätze immer beim Maut-Rechner von Toll Collect prüfen.

Cover: KI-generiert mit OpenAI gpt-image-1

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